Was kostet der Notar beim Hauskauf? Richtpreise Schweiz 2026
Kurzantwort
Notariats- und Grundbuchkosten liegen beim Hauskauf in der Schweiz üblicherweise bei 0,2 bis 1 Prozent des Kaufpreises. Die Unterschiede zwischen den Kantonen sind erheblich, weil Tarife und Handänderungssteuern kantonal geregelt sind.
Preisbänder — % des Kaufpreises
Ein hoher Preis ist nicht automatisch ein schlechter Preis. Entscheidend ist, ob die Leistung dahinter den Unterschied erklärt.
Günstig
0,1–0,3 %
Kantone mit tiefen Tarifen und ohne oder mit reduzierter Handänderungssteuer.
Üblich
0,4–0,8 %
Beurkundung, Grundbucheintrag und Schuldbriefe inklusive Gebühren, ohne Handänderungssteuer.
Hoch
1,0–3,5 %
Kantone mit hoher Handänderungssteuer, mehrere Schuldbriefe oder komplexe Eigentumsverhältnisse.
Auf einen Blick
- Notariat und Grundbuch
- 0,2–1 % des Kaufpreises
- Handänderungssteuer
- kantonal, teils mehrere Prozent
- Schuldbrief
- eigene Gebühr
- Kostenteilung
- vertraglich frei regelbar
Was den Preis nach oben treibt
- Kantonale Tarifordnung und Handänderungssteuer
- Errichtung neuer Schuldbriefe
- Kaufpreis als Bemessungsgrundlage
- Zusätzliche Vereinbarungen wie Dienstbarkeiten oder Vorkaufsrechte
Warnsignale in der Offerte
Keines dieser Merkmale beweist für sich Unseriosität — aber jedes ist ein Grund, schriftlich nachzufragen, bevor du unterschreibst.
- Keine Aufstellung der Nebenkosten vor der Beurkundung
- Handänderungssteuer wird nicht erwähnt
- Kostenteilung zwischen Käufer und Verkäufer nicht geregelt
- Schuldbriefkosten fehlen in der Aufstellung
Wo du verhandeln kannst
- Kostenaufstellung vor der Beurkundung schriftlich verlangen
- Kostenteilung im Kaufvertrag explizit regeln
- Bestehende Schuldbriefe übernehmen statt neu errichten
- In Kantonen mit freier Notariatswahl Offerten vergleichen
Die Handänderungssteuer ist der grosse Posten
Neben Notariat und Grundbuch erheben viele Kantone eine Handänderungssteuer auf den Kaufpreis. Sie kann ein Mehrfaches der eigentlichen Notariatskosten betragen. Einzelne Kantone kennen sie nicht oder reduzieren sie beim Erwerb von selbstgenutztem Wohneigentum. Wer die Nebenkosten eines Kaufs kalkuliert, muss diesen Posten kennen — er ist der grösste und wird bei Faustregeln oft unterschlagen.
Wer zahlt was
Die Aufteilung der Kosten zwischen Käufer und Verkäufer ist grundsätzlich verhandelbar und wird im Kaufvertrag festgehalten; in vielen Kantonen ist eine hälftige Teilung üblich. Weil es sich um vier- bis fünfstellige Beträge handelt, gehört dieser Punkt an den Verhandlungstisch und nicht in die Annahme. Halte die Aufteilung schriftlich fest, bevor der Beurkundungstermin steht.
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Stand Jan. 2026
Häufige Fragen
Kann ich den Notar frei wählen?
Das ist kantonal unterschiedlich. In Kantonen mit freiberuflichem Notariat besteht freie Wahl, in Amtsnotariatskantonen ist die zuständige Stelle vorgegeben.
Was kostet ein Schuldbrief?
Die Errichtung eines Register-Schuldbriefs verursacht eigene Gebühren nach kantonalem Tarif. Die Übernahme bestehender Schuldbriefe ist deutlich günstiger.
Sind die Kosten abziehbar?
Erwerbsnebenkosten sind keine abzugsfähigen Liegenschaftskosten, können aber bei der späteren Grundstückgewinnsteuer als Anlagekosten angerechnet werden. Belege deshalb aufbewahren.
Grundlagen und Quellen
- ZGB Art. 657 und OR — Formvorschriften — Öffentliche Beurkundung beim Grundstückkauf
- Kantonale Notariats- und Grundbuchtarife — Gebühren und Handänderungssteuer
Redaktionell aufbereitete Informationen ohne Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung. Alle Beträge sind Richtwerte für 2026 und können je nach Kanton, Anbieter und persönlicher Situation abweichen. Keine Provisionen, keine bezahlten Platzierungen.
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