Was kostet eine Datenrettung? Richtpreise Schweiz 2026
Kurzantwort
Eine Datenrettung kostet in der Schweiz üblicherweise CHF 300 bis 3'000, abhängig von Datenträger und Art des Schadens. Bei mechanischen Defekten mit Reinraumarbeit liegt der Preis deutlich höher als bei logischen Fehlern.
Preisbänder — pro Datenträger
Ein hoher Preis ist nicht automatisch ein schlechter Preis. Entscheidend ist, ob die Leistung dahinter den Unterschied erklärt.
Günstig
CHF 150–450
Logische Fehler wie gelöschte Dateien oder beschädigte Dateisysteme auf funktionierender Hardware.
Üblich
CHF 600–2'000
Defekte Festplatten oder SSDs mit Elektronikschaden, inklusive Diagnose, Rettung und Übergabe auf neuem Träger.
Hoch
CHF 2'500–8'000
Mechanische Schäden mit Reinraumarbeit, RAID-Verbunde, Wasser- oder Brandschäden, verschlüsselte Systeme.
Auf einen Blick
- Logischer Schaden
- CHF 150–450
- Mechanischer Schaden
- CHF 2'500–8'000
- Wichtigste Regel
- Gerät sofort ausschalten
- Vergütung
- erfolgsabhängig vereinbaren
Was den Preis nach oben treibt
- Art des Schadens: mechanisch deutlich teurer als logisch
- Reinraumarbeit bei geöffneten Festplatten
- RAID-Systeme mit mehreren Datenträgern
- Dringlichkeit mit Expressbearbeitung
Warnsignale in der Offerte
Keines dieser Merkmale beweist für sich Unseriosität — aber jedes ist ein Grund, schriftlich nachzufragen, bevor du unterschreibst.
- Festpreis ohne Diagnose zugesichert
- Keine Erfolgsabhängigkeit der Vergütung
- Keine Angabe zum Umgang mit vertraulichen Daten
- Diagnose kostenpflichtig, ohne dass das vorher gesagt wird
Wo du verhandeln kannst
- Kostenlose oder anrechenbare Diagnose verlangen
- Erfolgsabhängige Vergütung vereinbaren
- Dateiliste vor der Freigabe verlangen
- Auf Expressbearbeitung verzichten, wenn nicht zwingend
Sofort ausschalten und nichts selbst versuchen
Bei ungewöhnlichen Geräuschen, Klicken oder plötzlichem Verschwinden von Daten gilt: Gerät ausschalten und nicht mehr einschalten. Jeder weitere Betriebsversuch kann bei mechanischen Schäden die Datenträgeroberfläche zusätzlich beschädigen und eine Rettung verunmöglichen. Auch Wiederherstellungssoftware auf einem defekten Laufwerk schadet oft mehr, als sie hilft. Der erste Versuch ist der mit der höchsten Erfolgswahrscheinlichkeit.
Erfolgsabhängig vereinbaren
Seriöse Anbieter arbeiten mit einer Diagnose, nach der ein verbindliches Angebot mit einer Dateiliste folgt — und verrechnen die Rettung nur, wenn die Daten tatsächlich lesbar wiederhergestellt wurden. Verlange diese Struktur. Kläre zudem, wie mit deinen Daten umgegangen wird, ob eine Vertraulichkeitsvereinbarung besteht und wann die Kopien beim Anbieter gelöscht werden.
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Stand Jan. 2026
Häufige Fragen
Kann ich es selbst versuchen?
Bei versehentlich gelöschten Dateien auf einem funktionierenden Laufwerk ja, mit Software und ohne weiteres Schreiben auf das Laufwerk. Bei Hardwaredefekten nein.
Sind SSDs schwieriger zu retten?
Oft ja, besonders bei Controllerdefekten und wenn Daten bereits verworfen wurden. Bei SSDs ist ein aktuelles Backup noch wichtiger als bei Festplatten.
Wie vermeide ich den Fall?
Mit einer Backup-Strategie: mehrere Kopien, davon eine ausserhalb des Standorts, und eine regelmässig getestete Wiederherstellung.
Grundlagen und Quellen
- NCSC — Nationales Zentrum für Cybersicherheit — Empfehlungen zu Datensicherung
- DSG — Datenschutzgesetz — Auftragsbearbeitung und Vertraulichkeit bei Datenrettung
Redaktionell aufbereitete Informationen ohne Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung. Alle Beträge sind Richtwerte für 2026 und können je nach Kanton, Anbieter und persönlicher Situation abweichen. Keine Provisionen, keine bezahlten Platzierungen.
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